BHSB. besser betreut.

Branche

Mit der EU-Erweiterung in 2004 hat sich der Markt der Betreuungsdienstleistungen in den vergangenen 10 Jahren rasant entwickelt. Neben den klassischen Versorgungsmodellen mit stationären Einrichtungen und ambulanten Pflegediensten, haben sich die ambulanten Betreuungsdienstleistungen mittlerweile als unersetzliche Säule in der häuslichen Versorgung von betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen in Deutschland etabliert. Und das zu recht.

Zum einen wollen insbesondere ältere Menschen möglichst lange im eigenen Zuhause versorgt werden und dadurch möglichst selbstbestimmt und selbständig leben, zum anderen haben sich die familiären Strukturen und die beruflichen Anforderungen (Flexibilität und Mobilität) geändert, so dass die alleinige Betreuung durch Angehörige in den meisten Fällen nicht mehr möglich ist. In dieser schwierigen Situation wenden sich viele Angehörige an die große Anzahl von Betreuungsdienstleistungsunternehmen, die die häusliche Versorgung durch in häuslicher Gemeinschaft lebende Betreuungskräfte aus dem EU-Ausland anbieten können.

Derzeit werden hierbei generell drei Versorgungsmodelle auf dem deutschen Marktangeboten:

1. Entsendemodell

Im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit wird hierbei ein Dienstleistungsvertrag zwischen einem im EU-Ausland ansässigen Dienstleistungsunternehmen und der betroffenen Familie abgeschlossen. Auf Grundlage dieses Dienstleistungsvertrages entsendet das Unternehmen dann einen Mitarbeiter(Betreuungskraft) nach Deutschland in die Familie.

Hinweis: Bei einem im EU-Ausland ansässigen Einzelunternehmer ist Vorsicht geboten. Hierbei handelt es sich um eine Selbstentsendung. Diese ist in der Regel nicht legal.

2. Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Modell

Durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit besteht die Möglichkeit, Betreuungskräfte aus dem europäischen Ausland einzustellen. Hierbei übernimmt die Familie die Rolle des Arbeitgebers, mit allen Rechten und Pflichten und die Betreuungskraft die Rolle des Arbeitnehmers. Im Rahmen eines Arbeitsvertrages werden die zu erbringenden Leistungen und Konditionen definiert und vereinbart. Hierbei sind auch die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bezahlter Urlaub zu berücksichtigen.

3. Selbständigkeit

Durch die sogenannte Niederlassungsfreiheit haben Betreuungskräfte aus dem europäischen Ausland die Möglichkeit, ein Gewerbe in Deutschland anzumelden. Auf Grundlage dieser Gewerbeanmeldung ist die Betreuungskraft als Einzelunternehmer in Deutschland tätig. Dabei wird ein Dienstleistungsvertrag zwischen der Familie und der Betreuungskraft als Einzelunternehmer abgeschlossen

Hinweis: Hierbei ist zu beachten, dass die Gefahr einer Scheinselbständigkeit bestehen kann. Familien sollten sich umfassend über die steuerrechtliche und sozialversicherungsrechtliche Einschätzung informieren und beraten lassen.